Fehringer Junkerlauf, 1.Platz (M-20), 5. Gesamt

Fehring, 8°C, Sonnenschein, kein Wind. Samstag 12. November 2011. Das sind die Rahmenbedingungen für den 4. Fehringer Junkerlauf!

Ein ganz besonderer Lauf mit einem sehr spannenden Höhenprofil und einer Wettkampfdistanz die genau richtig für den Herbst ist :)! 18.2km und ca. 300 HM

Im Grunde genommen bin ich ja schon mehr oder weniger in der Herbstpause und versuche mich so gut es geht zu erholen. Aber, wenn mich natürlich ein guter Freund fragt ob ich bei einem Lauf mitmache, dann fällt es mir schwer abzulehnen. Schwups, einige Tage später war ich angemeldet.

Und so war meine Motivation nicht wirklich auf Schnelligkeit und Tempo ausgerichtet. Sprich ich wollte mich nicht total verausgaben. Die Schmerzgrenze sollte nicht überschritten werden. Mein Plan für diesen Lauf also wie schon öfter: „Was geht, geht, was nicht geht, geht halt nicht!“

Der Bewerb teilt sich in zwei Strecken: 18.2km, der lange; und 11.2km die kurze. Ich natürlich extrem ehrgeizig finde 11km etwas kurz und laufe die 18km. Beide Bewerbe werden gleichzeitig gestartet um 13:30.

Der Start. Kurzfristig entscheide ich mich komplett mit kurzer Laufausrüstung zu starten. Das Wetter ist einfach zu herrlich. Ich fühle mich gut, habe aber keine Ziele oder Pläne wie ich das Rennen angehen möchte. Irgendwie so ein sehr entspanntes Gefühl. Ich freue mich auf den Lauf.

Dann erfolgt der Start für 11 und 18km! Das Starterfeld ist überschaubar. Einige wenige Spitzenläufer sind am Start. In Summe ca. 100-120 Teilnehmer. 50 davon über die 18km. Die Strecke ist zunächst 6-7km flach dann gehts wellig dahin…

Es geht also los. Komischerweise, fühle ich mich gut ausgeruht und fit. Das Anfangstempo liegt bei 3:40/km was grundsätzlich schon hoch ist, aber den ersten Kilometer kann ich problemlos in der Spitzengruppe mitlaufen! Die aus ca. 10 Läufern besteht. Dann setzt sich die spätere Siegergruppe bestehend aus drei Läufern ab. Im Flachstück dürften die ein Tempo von 3:30/km und schneller gegangen sein, denn nach ein paar Minuten sind sie aus unserem Sichtfeld verschwunden. Ich fühle mich noch immer gut. Meine Atmung ist rhytmisch, es geht flüssig. Das Tempo noch immer bei 3:45/km. Ich bin in der Verfolgergruppe!

Wenn ich das mal so nennen darf. Bestehend aus mir und vier weiteren Läufern. Es geht flach weiter, das Tempo bleibt konstant. Ich bemerke das zwei Athleten das Tempo etwas verschärfen. Ich bin mir unsicher, was ich tun soll?! Dran bleiben! Abwarten? Wobei ich das Gefühl habe die anderen beiden werden das Tempo nicht mehr lange durchhalten und dann heißts allein kämpfen! Ergo, mein Plan nicht ganz ihr Tempo gehen aber auf Distanz von 5-10m dahinter herlaufen. Solange wies geht. Dann nach 6km endlich der 1. Anstieg! Ich habe wieder aufgeschlossen. Kenne meine Bergaufstärke und halte mein Tempo. Ich fühle mich gut und bin immer noch in einem Wohlfühlbereich.

Die beiden Athleten an die ich mich nun anhänge: Michael Strini und Pendl Oliver sind schon etwas erfahrene Läufer und ich hätte nie gedacht das ich mal Auge in Auge mit diesen beiden laufen würde. Ich bin mir zwar sicher das auch sie nicht voll laufen, weil es kaum Konkurrenz gibt und in ihren Altersklassen niemand in unmittelbarer Nähe ist.

Das Tempo wird bergauf auch nicht angezogen. Sondern einfach jeder in seinem Bereich. Das macht Spaß. Mir kommt der Lauf kurzweilig vor. Keine Ahnung wie, aber die ersten 10km sind vergangen ohne das ich einmal wirklich auf die Uhr gesehen habe.

Der letzte Anstieg steht bevor. Laub bedeckter Waldboden für ca. 500m und dann wieder nach unten. Ich versuche mal das Tempo etwas anzuziehen um abzutasten, was möglich ist. Aber ich komme nicht weg und kann vor allem bergab nicht genügend Tempo machen um mich abzusetzen. Aber weit und breit sind keine anderen Läufer zu sehen, also entscheide ich mich dranzubleiben und zu schauen was am Ende passiert.

Nun sinds nur mehr 5km es geht steil bergab. Oliver Pendl zieht das Tempo an und bergab, kann ich einfach nicht schneller. Ich muss abreißen lassen, aber habe immer noch Sichtkontakt und kämpfe und denke mir „Bleib dran! Bleib dran!“ Nichts anderes lasse ich in meine Kopf.

Erzwingen kann man nichts aber wenns gut läuft dann muss man das ausnutzen. Also Wohlfühlzone mal kurz verlassen und über den eigenen Schatten springen. Glücklicherweise ist das Gefälle schnell vorbei und es geht leicht bergauf weiter. Was mich wieder etwas näher ran bringt, aber der letzte Kilometer geht wieder bergab!

Ich bin an 5. Position und vermutlich Sieger in meiner Altersklasse. Etwas was mich nicht unbedingt mental belastet, aber mich natürlich soweit denken lässt, das ich mir sage: „Es hat keinen Sinn ob du jetzt noch was zu riskieren! Lauf gemütlich ins Ziel!“ Wobei gemütlich relativ zu sehen ist 😉

Der Endstand nach 18.2km und knapp 71 Minuten Laufzeit, was  3:54/km entspricht, 1. Platz in der M-20 und 5. Platz Gesamt!!!! Ich bin stolz und sehr zufrieden, die Form ist noch immer ganz gut und kann zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Ergebnisse findet ihr unter www.hightech-timing.at