August 2011. Sportliche Erfolge.

August. Die Zeit ist verflogen. Noch 2 Monate bis zum Wiedereinstieg in den Berufsalltag. Was dieses Monat an Highlights auf mich wartete ist wohl kaum zu toppen.

Aber alles der Reihe nach und ganz langsam. Zunächst einmal erinnert sich vielleicht mal jemand an das Garmin Kilomterreich2011 Gewinnspiel, bei der es eine Zwischenwertung beim Laufen gab. Der Gewinner erhielt ein VIP-Wochenende für Kärnten läuft! Tja, lange Rede kurzer Sinn. Das VIP-Package hab ich mir unter den Nagel gerissen *g*! Das war also Highlight Nummer 1! Gleich zu Beginn des Monats.

Highlight Nummer 2. HTL-Klassentreffen/Grillparty. Dazu muss ich vielleicht ein paar Worte vorrausschicken: Im Jahr 2005 als wir alle maturierten gabs zum Abschluss bei mir eine „Grillerei“ etliche hochprozentige Getränke :)! Begonnen hats eigentlich mit ein paar Freunden und HTL-Kollegen im Jahr 2003. Anyway, nachdem das ein so toller Erfolg war und wir irgendwie den Kontakt zu einander nicht verlieren sollten/wollten, ergab sich daraus eine Dynamik auf die wir alle sehr stolz sind und sein können! Einmal im Sommer gibts eine Grillparty und das seit mehr als acht Jahren :)! Ein großes Lob muss ich dabei an meine Freunde und ihre PartnerInnen richten, dass trotz der vielen Verpflichtungen und des eigenen Lebens, das mittlerweile jeder von uns führt doch immer fast alle es schaffen bei dieser Grillparty dabeizusein. Meine Hochachtung :)! Das ist wie ich von anderen Leuten weiß nicht selbstverständlich das man nach dem Schulabschluss in Kontakt bleibt! Das war also Nummer 2. Über den Inhalt und die Geschehnisse dieses Abends Hülle ich mich in Schweigen, außer vielleicht das wir ziemlich viel Himbeerbowle zu schlürfen hatten *lol*!

Highlight Nummer 3. Ein dreiwöchiges halbtägiges Psychologie-Praktikum am Rosenhein (Graz) mit autistischen Kindern. Unter der Leitung einer Pädagogin und in zusammenarbeit mit zwei weiteren Kolleginnen durfte ich diesen Sommer erstmals etwas erleben, was mir wohl sehr lange in Erinnerung bleibt. Nach fast zehn Jahren technischer Ausbildung und gerade mal zwei Jahren Psychologiestudium hab ich das erste Mal was im sozialen Bereich machen dürfen.
Was nun wirklich ist Autismus oder etwas differenzierter Autismus-Spektrumstörung, lässt sich in wenigen Worten schwer erklären. Ich zur Vertiefung also den Wiki-Beitrag hierzu verlinkt. Im Grunde ist es aber eine Entwicklungsstörung die sich im frühen Kindesalter bemerkbar macht und deren Verlauf von Kind zu Kind unterschiedlich ist. Wer selbst mit Autisten kennt wird verstehen was ich meine. Das Bild des klassichen Autisten, wie er in einigen Filmen(Mir fallen da spontan: Rainman und das Mercury Puzzle ein) gezeichnet wird ist nur ein Bruchteil dessen was in der Realität vorkommt.

Die vier Kinder, welche von uns betreut, ich würde es eher mit einem Trainingsprogram vergleichen, trainiert wurden waren,  alle zwischen 11 und 13 Jahre alt. Aus Gründen die Privatsphäre betreffend werde ich nur die Anfangsbuchstaben der Vornamen verwenden. Es waren also zwei Mädchen (J. und P.) und zwei Burschen (T. und W.).

Wie sah also so ein typischer Halb-Tagesablauf ab. Kurz einÜberblick: Es begann mit Schuhe ausziehen und Begrüßung, danach 2h Einzelförderung, anschließend gabs Jause, dann gings in den Turnsaal zur Gruppenförderung, abschließend wieder Schuhe anziehen und verabschieden.
Die „Sommerschule“ ging von 08 Uhr bis 12Uhr von Montag bis Freitag. In der früh wurden die Kids meist von ihren Eltern zu uns gebracht und die erste Herausforderung bestand schon in der Garderobe. Schuhe ausziehen. Eine Tätigkeit über die man normalerweise lächelt und für selbstverständlich ansieht. Aber dem ist nicht so! Jedes der Kinder hatte eine eigene Methode die Schuhe an bzw. auszuziehen. J. und T. brauchten keine Hilfe musste allerdings immer daran erinnert werden was gerade zu tun war. W. und P. probierten wie weit sie gehen konnten und wer von uns bereit war die hilflosen Versuche, positiv durch größere Unterstützung zu verstärken. Generell möchte hier anmerken, dass das therapeutische Konzept welches verwendet wird ein Verhaltenstherapeutisches ist, das darauf abzielt richtiges/erwünschtes Verhalten positiv zu Verstärken im Sinne von Lob und Zuwendung. Unerwünschtes Verhalten muss dagegen möglichst wertfrei gehandhabt und ignoriert werden. Dazu zählt auch Gelassenheit wenn mal eine Aufgabe nicht so toll läuft. Nach dem Schuhe ausziehen durften sich die Kinder ein wenig an die Umgebung gewöhnen, dann gabs eine gemeinsame Begrüßung und singen im Kreis. Jedes Kind durfte in die Mitte und wurde separat begrüßt. Man spürte richtig wie die Kinder Freude daran hatten.

Dann kam zwei Stunden Einzelförderung. Was bedeutet das wir im 30 Minuten Rhythmus von Kind zu Kind wechselten und individuell förderten. Jetzt ist natürlich aufgrund des Autismusspektrums jedes Kind verschieden und unterschiedlich weit entwickelt bzw. trainiert. Was haben wir also gemacht, das reichte von einfachen „Spielen“ Farben richtig zu benennen über Puzzles bauen (was wohl alle Kids sehr gerne machten :)), Memory, Gegenstände bennen bis hinzu Schreib und Leseaufgaben.
Das für mich wohl schwierigste in den ersten Tagen war dabei vor Freude und Lob zu explodieren, wenn für mich selbstverständliche Leistungen erbracht wurden. Mir war noch nicht klar, dass es wirklich eine herausragende Leistung ist die Gegenstände beim Namen zu nennen oder Farben zu erkennen!

Nach der Einzelförderung durften sich die Kinder und wir ein bisschen entspannen, es gab Jause. Jede(r) hatte seine/ihre Jausenbox mit. Auch wieder individuell sehr verschieden, was die Eltern den Kindern mitgaben. Noch spannender, war in welcher Reihenfolge und immer in der selben: Wurde entweder zuerst die Wurst und dann erst das Brot verspeist, die Rinde vielleicht übrig gelassen etc. Alles musste seine Reihung haben.
Nach dieser ca. 30 minütigen Pause gings in den Turnsaal, zur Gruppenförderung. Aber nicht so wie man sich turnen vielleicht vorstellt mit Völkerball, Fußball oder Abfangen. Viel einfachere Dinge müssen und sollen gelernt werden. Das Laufen und Gehen zu Musik. Das Stehenbleiben wenn Musik aufhört. Simulierte Hürden überwinden, in die richtigen Farbringe steigen. Alles Dinge und Tätigkeiten die mir bis zu diesem Zeitpunkt als selbsterklärend und „normal“ erschienen. Nie hätte ich damit gerechnet, dass es damit Schwierigkeiten geben könnte?
Meine Aufgabe bestand dabei, während eine(r) nachdem anderen an der Reihe war die Aufgaben zu meistern, die anderen drei im Auge zu haben. Ruhig zu sitzen ist auch nicht gerade die leichteste Übung. Mein Problem zu Beginn, war das ich zuviel Energie aufbrachte (durch meine Stimmlage), wenn jemand nicht ruhig sitzenblieb. Dies führte letztlich dazu, das Bestätigung für unerwünschtes Verhalten erhielten, also Aufmerksamkeit. Nach und nach durch die Rückmeldung der Leiterin konnte ich das aber in den Griff kriegen und auch die Kinder gewöhnten sich an mich :)!

So jetzt hab ich relativ viel darüber berichtet, aber ich musste diese Erfahrungen einfach schildern, weil es noch so lebhaft in meinem Kopf ist.

 

Highlight Nummer 4. Das VIP-Wochende in Kärnten beim Halbmarathon. Dazu ist wohl nicht vielmehr zu sagen als Eindrucksvoll und Hitzeschlacht. Zwar nicht ganz in der erhofften Bestzeit aber immerhin, war wohl dieser Trainingslauf der Grundstein für…

 

…den absoluten Höhepunkt in diesem Monat die Halbironman(70.3)-Distanz in Podersdorf. Highlight Nummer 5. Eigentlich hab ich mir nicht besonders viele Chancen ausgerechnet diesmal unter 5h zu bleiben. Ich wusste zwar meine Radform ist gut nach der Radtour aber Schwimmen hab ich die letzten beiden Monate komplett vernachlässigt. Laufen war angesichts der doch gescheiterten Halbmarathonbestzeit zwar gut aber nicht so das ich wusste was nach 90km Radfahren passieren würde. Einen detailierteren Bericht darüber gibts hier zum Nachlesen
Kurz zusammengefasst: Ein herrlicher Tag. Schwimmen ohne Neopren. Nach einer mehr als nur verkorksten Schwimmleistung und über 42Minuten aus dem Wasser zu steigen war für mich schon irgendwie frustrierend. Umso beachtlicher dann der Radsplit auf dem flachen und eintönigen Radkurs. Teilweise mit Gegenwind, teilweise mit Rückenwind ;-)! Die Zeit mit ca. 2h33 lag weit unter dem was ich erwartet hatte und so rückte mein Ziel die 5h Grenze wieder in greifbare Nähe, denn Laufen, dass war mir klar ist meine Stärke. Und so lief ich schon zügig aber nicht unkontrolliert aus der Wechselzone auf die ebenso flache und von Athleten überströmte Laufstrecke. Ein unglaubliches Gefühl wenn man Meter um Meter zurücklegt und sieht wie andere sich genauso quälen ;-)! Es war hot, hot, hot und wurde immer heißer. Zum Schluss nahm ich Tempo raus, da mir klar wurde es hat keinen Sinn das letzte zu geben und so tingelte ich mit einer soliden 1h32′ HM-Zeit ins Ziel und hab mein für 2011 gestecktes Ziel 70.3 unter 5h (4h53′) erreicht! Fantastisch.

 

Ein eher negatives Highlight Nummer 6 gabs noch, nach mehr als 2-monatiger Funkstille bekam ich das Ergebnis von Arbeits- Organisations- und Umweltpsychologie. Wie schon gesagt: Negativ! Nichts desto trotz muss ich wohl alles auf die harte Tour lernen und so versuchte ich im Oktober nochmals mein Glück ebenfalls mit mäßigem Erfolg :(! Wieder Nicht-Genügend. Ohne mich über die Beurteilung zu beschweren oder zu ärgern ging ich zur Prüfungseinsicht um zu sehen was ich falsch gemacht hatte. Spannenderweise war es wirklich erschreckend und frustrierend wieviel ich doch nicht weiß! Und wieder mal steh ich mit dem Rücken zur Wand und muss eine Prüfung im Jänner machen, die über den Fortgang und das Weiterkommen in meinem Psychologie Studium entscheidet. Ich werd im Februar 2012 mal darüber berichten, soviel sei aber gesagt: „Es ist die einzige Prüfung die mir noch fehlt um alle Basismodule abzuschließen!“