Gedankenmüll?!

Gedankenmüll?! richtig gelesen. Das ist was ein Blog ist. Gedanken und Ideen, Vorstellungen, Träume. Kurz Ungesagtes wird verschriftlicht. Nach gut 50 Beiträgen ist es mal an der Zeit sich ein wenig Kritisch zu zeigen 🙂

Als ich mit dem Schreiben begann, war mir nicht bewusst welche Eigendynamik sich dadurch einstellen würde. Auf der Suche nach immer neuen Beiträgen und Themen. War schnell klar, Sportliches, steht ganz oben auf der Liste.

Und was für ein Zufall, mache ich Sport. Komische Sache! Und als ob ich der einzige Hobbysportler wäre der einen Blog betreibt berichtete ich sehr prominent über die simpelsten Dinge. Ohne viel kritisch zu reflektieren. Sich die Frage zu stellen: Warum das Ganze? Es ist doch nur Hirnmist! Alles was in meinem Kopf vorgeht, interessiert doch in Wirklichkeit nur mich. Oder?

Aus emotionalen Beiträgen über persönliche Bestleistungen wurden nun gegen Ende der Saison, schon eher routiniert verfasste Tatsachenberichte. Wie langweilig. Kaum Spannung. Wohl aber machte es Spaß seine Gedanken mitzuteilen.

Offensichtlich bin ich wie ich schnell feststellen muss nicht allein in dieser Gedankenaufschreibenwelt gefangen. Wenn man sich so umsieht im Netz und bei den österreichischen Triathleten wird man bald feststellen, das jeder Wald & Wiesen Sportler etwas zu diesem großen und nach Narzismus triefendem Haufen Hirnmüll beachtliche Beiträge leistet. Braucht man als Sportler diese Form der Therapie? Ist das Selbstbestätigung? Warum funktionieren soziale Netzwerke so gut? Ist das was wir Narzisten wollen! Unser Ego aufpeppeln. Uns besser zeigen als wir eigentlich sind. Die Abgründe hinter der Fassade Sport verstecken. Ich sehe wenige inklusive mir selbst über private Rückschläge, Verfehlungen, Fehler, Beziehungsprobleme etc. posten ;-). So selbstsicher und offen bin ich wohl doch nicht?

Die Frage ist welches Bild will ich von mir vermitteln. Letzten Endes möchte ich dir, dem Leser bzw. der Leserin, sowas wie einen Blick in mein Innerstes. Aber eben nur den Ausschnitt, den ich gut finde und zeigen möchte?! Das heißt der Blinde Fleck ist rießig. Komisch ist dabei auch das ich kaum über zukünftiges Schreibe. Pläne sind für mich tabu! Machen verwundbar. Können unnötigen Druck erzeugen. Ziele habe ich! Aber die bleiben nur im engsten Freundeskreis. Die Welt darf erst danach daran Teilhaben.

Und dennoch ist es spannend, zu erfahren wie es anderen geht. Wie die Dinge liegen. Es ist eine Form von Schreibtherapie. Für mich ganz sicher. Es ist angenehm, mein Hirn entspannt sich, kann loslassen. Der Kopf ist frei für Neues! Neuen Mist! Ergüsse die eigentlich die Welt nicht braucht und trotzdem entstehen.

So wie dieser Beitrag. Irgendwas schreiben? Aber ist es wirklich Müll? Oder doch nur ein Häufchen Scheiße? Was da an Worten sich in den Vordergrund schreibt? Wohin wird das führen? Werden wir in Zunkunft alle über diese „fantastische“ Möglichkeit zugeschissen mit Beiträgen und unzähligen Erfahrungsberichten, die sowieso nur die wenigsten wirklich komplett lesen! Wird sich dieser Hype, wie so vieles im Leben irgendwann in eine Anti-Blogbewegung umdrehen! Aber was kann das sein. Was ist Anti genug. Denn ohne Internet, seien wir uns doch ehrlich kann heute in der westlichen Welt niemand mehr. Ich auch nicht! Ich muss bloggen. Mir gibt es das Gefühl nicht allein zu sein. Auch wenn ich wenig Kommentare bekomme, bin ich doch auf dem Zug und möchte im Augenblick nicht abspringen.

Jeder der selbst schreibt, weiß wie befreiend das manchmal sein kann. Erinnerungen wiederzuerleben. Deshalb müsst ihr meinen Gedankenmüll noch ein bisschen aushalten.

Danke für die Treue und die netten Kommentare!! Macht weiter damit…