März-2011. Der Weg ist weiter als das Ziel.

Der Weg ist weiter als das Ziel – unter diesem Titel nahm ich an einem Vortrag vom späteren Race Accross America Sieger, Christoph Strasser teil. Eine knapp 90 minütige, fantastisch aufbereitete Präsentation in dem er sein Weg zum ersten RAAM 2009 beschreibt.

Die endlosen Kilometer am Rad. Die Strapazen von Ultraradrennen. Glocknerman. 24h Rennen. Mir läuft es immer wieder kalt über den Rücken wenn ich an diesen Abend zurück denke.
Vor diesem Abend war er mir gänzlich unbekannt. Ich wusste nicht wie ich ihn einordnen sollte. Als dann der Höhepunkt der Präsentation kam. Die  DVD vom RAAM 2009, war mir klar wer dieser Mann ist. Fantastisch. Die Bilder. Die Aufbereitung des Films. Es wird einem endlich mal die Sichtweise in den Kopf des Athleten gegeben. Was denkt man sich während man quer durch die USA radelt. Wenns dunkel, heiß, nass, kalt, hell steil ist? Diese Fragen werden in dem Vortrag sehr gut beantwortet. Immer aus der Sicht von Christoph Strasser.

Schließlich wird mir am Ende klar, warum der Weg weiter ist als das Ziel. Den bei einem solchen Rennen, ist das ankommen nur ein Bruchteil von einer Sekunde. Dann ist es plötzlich vorbei. Man kann es gar nicht fassen, wie viele Eindrücke, Schmerzen, Glücksmomente man auf dem Weg ins Ziel erlebt hat. Nur 2010 ist es ihm noch nicht gelungen, eine Lungenentzündung stoppte ihn. Ich sah und spürte den Frust aber ich sah auch den Willen zum Sieg, es nochmal zu versuchen zu kämpfen. Das gab so komisch es klingt auch mir Kraft. Ein Satz brennte sich mir in den Kopf: „Scheitern, ist erlaubt!“ Und so verließ ich euphorisch und beeindruckt von soviel Energie und Kampfgeist den Vortragssaal. Noch nicht ahnend was dieser junge Mann erreichen würde und wie sehr mich dieser Vortrag selbst in eine Richtung schubsen würde, die ich mir nicht mal eträumt hätte.

Was war noch los? Uni startete wieder mit vielen neuen Übungen und Erfahrungen. Cervelo P2 befand sich in meinem Besitz. Diplomsponsion ging über die Bühne. Zwei Bestzeiten in Übersbach, beim Frühlingslauf und in Graz beim Halbmarathon gaben mir Auftrieb für den großen Event im April – Linzmarathon unter 3h30min!

Im Hinblick auf den 70.3er im Mai war einzig meine Radform total im Keller. Ich hatte das Gefühl zuwenig Kilometer gesammelt zu haben. Schwimmen war das erstemal kein Thema. Ich war 2000m durchgeschwommen und wusste das wird schon irgendwie klappen.

So machte ich mich als auf den Weg in die 2. Hälfte meiner Bildungskarenz. Es war an der Zeit endlich mal Erfolg zu haben, und für das harte Training belohnt zu werden 😉