Feb. 2011 – Diplomprüfung

Es ist Februar. Das Semester auf der Uni ist zu Ende! Der Stress bleibt mir jedoch noch ein bisschen erhalten… Beinahe die Hälfte meiner Bildungskarenz ist um und ich konnte nicht wirklich einen Erholungswert dieser Zeit erkennen.

Von einem Termin zum anderen. Genauer gesagt. Diplomprüfung. Die Kommission gefürchtet ;-)! Vor allem der Zweitgutachter aus Linz. Keine Ahnung, warum? Aber Geschichten und Mythen gibts viele. Das ganze Monat ist geprägt von diesem einen entscheidenden Termin in meinem Leben. Deshalb greife ich mir den Tag etwas genauer heraus…

Die Diplomarbeit (DA) wurde positiv beurteilt. Die korrigierte Version hab ich in gebundener Form rechtzeitig abgegeben. Tja. Ich  glaub es ist Donnerstag morgen, gestern haben schon etliche meiner KollegInnen ihre Prüfung erfolgreich hinter sich gebracht. Irgendwie bin ich froh nicht als Erster dran gewesen zu sein. Mein Stimmung ist gut, ich bin doch etwas kribbelig und nervös.

Um ca. 14 Uhr bin ich dran, also noch massig Zeit. Die Präsentation meiner DA, übrigens in Englisch, hab ich bis zur Vergasung geübt, auf Video aufgenommen, versucht mich entsprechend vorzubereiten. Dennoch eine gewisse Anspannung ist spürbar. Nach Yerkes-Dodson ist es zwar so, dass man für eine Stark überlernte Aufgabe ein hohes Aktivierungsniveau braucht, aber so richtig glaub ich das nicht ;-). Anyway. Um Stress abzubauen gehe ich nochmal eine kleine Runde laufen! Das wirkt. Ich fühle mich entspannter als vorher. Es stellt sich auch so was wie ein Gleichgültigkeitsgefühl ein…

Es ist 12 Uhr, ich fahre auf die FH. Es ist totenstill, die Ruhe ist beinahe schon erdrückend. Niemand ist im Vorbereitungsraum, außer mir. Ich überprüfe nochmal meine Handouts und das mitgenomme Board. Presenter ok. Präsentation funktioniert. Jetzt heißts warten. Die Zeit verstreicht sehr schnell und das Aktivierungsniveau steigt wieder, ich will das jetzt endlich vorbei haben. Die Note ist mir egal, ich will damit abschließen können.

Einige Minuten vor Beginn, trudeln Studienkollegen, mein Diplomarbeitsbetreuer, Englischlektor und ganz wichtig meine mentale und soziale Unterstützung an dem Tag, einer meiner besten Freunde, da Franz, ein. Das nimmt den Druck, ein bisschen Small Talk. Die Stimmung ist gut, die Anspannung baut sich etwas hab.

„Herr Rominger, bitte!“, höre ich den Studiengangsleiter meinen Namen sagen. Jetzt bin ich dran. Mein „großer“ Tag.  45 Minuten sind der Abschluss der letzten gut 4 Jahre am campus02. Es ist schon merkwürdig, wie einen die subjektive Wahrnehmung täuschen kann. Es ist als wäre ich erst gestern in meiner ersten Lehrveranstaltung gesessen. Und im nächsten Moment, bereite ich meine DA-Präsentation vor. Alles klappt.

Ich begrüße die Anwesende Komission aus Betreuer, Englischlektorin, Studiengangsleiter, Zweitgutachter, Komplementärfachbetreuer und Gäste (Franz). Es läuft einigermaßen gut, ich hab genug Zeit die meine Präsentation durchzuziehen und damit ist der erste Teil schon fast vorbei. Jeder stellt noch eine Frage auf die ich antworten muss. Hätte besser laufen können, aber was solls! Jede Frage kann man nicht beantworten. Hauptsache das erste Drittel ist überstanden!

Die Fragen zum Hauptfach (Messtechnik) und Komplementärfach (Qualitätsmanagement) sind wieder auf Deutsch und verlaufen durchwegs gut. Nach ca. 40 Minuten ist das Spiel vorbei, das Match entschieden, der Marathon gefinisht!! Franz u. ich werden hinaus gebeten. Kurze Zeit darauf, einige Sekunden, wird mir von der Kommission zur bestandenen Diplomprüfung gratuliert!

Komische Sache, ich hab nicht so recht fassen können, was da grade passiert ist. Es ist vorbei! Geschafft! Abgeschlossen. Ich bedanke mich verlasse den Raum und merke kaum eine Veränderung. Eine Binsenweisheit kommt mir jetzt gerade in den Sinn: „Nach dem Lauf ist vor dem Lauf!“ Was jetzt? Ich hab glücklicherweise noch Bildungskarenz und ein anderes Studium, deshalb lässt sich die Frage leichter beantworten. Aber so ganz ohne Ziele, wär wohl eine große Lücke nach diesem Tag entstanden…

So verlasse ich die FH glücklich und ein wenig gedankenverloren zum Pizza essen und Bier trinken mitn Franz. Es heißt den Augenblick genießen. Später schaue ich noch bei meinen mittlerweile guten Freunden aus dem Studium vorbei um zu reflektieren und zu feiern.

Einen Tag darauf, steht fest der ganze Jahrgang hat bestanden und es gibt eine große abschließende Feier im Tintenfass ;-)…