Dez-2010. Warten aufs nächste Jahr. Ich blogge!

Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.“, sagt Goethe!

So sollte es mir auch ergehen. Nicht zu Beginn dieses Monats, dafür war zu viel zu tun. Zum einen Mal waren die Untersuchungsergebnisse von den empirischen Seminaren auszuwerten und zu interpretieren. Zum anderen waren das Statistik am Computer Hausübungen zu machen. Neue spannende Dinge. Die mir zeigten, dass da noch mehr ist als Bits u. Bytes! Emotionen, Gefühle, Rationalisierende Wesen. Das man es nicht jedem Recht machen muss, wenn man nicht möchte. Wie sehr sich jemand in etwas einbringt hängt von der Person ab. Nicht jeder ist gleich engagiert und motiviert, talentiert, intelligent.

Die Untersuchungen zeigen mir zum einen wer ich bin und zum anderen, da größtenteils im Freundeskreis gemacht, wer meine Freunde sind. Es erfordert großen Mut u. großes Vertrauen sich einem Intelligenztest unter Freunden zu stellen. Den das bedeutet sich verletztlich zu machen, für etwas was einem nicht bewusst zugänglich ist. Sein Verhalten, sein Erleben.

Heute denke so darüber, damals wars schon cool zu sagen: „Hey, hast du Lust an einer Untersuchung von mir teilzunehmen!“ – Ich war damals noch der Meinung, jeder muss das doch wollen. Mehr über sich selbst zu erfahren. Aber je mehr ich gesehen und getestet habe, desto öfter glaube ich das nicht jeder Mensch dazu bereit ist. Es birgt natürlich viele Gefahren, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Feedback ist wieder Name schon sagt, eine Rückmeldung, genauer auch eine Rückwirkung auf die jeweilige Person, was nicht zwingend bedeutet das sich dadurch etwas in jemandem verändert. Doch ich denke schon an die Konsequenzen, wenn ich jemandem sagen muss das er/sie vielleicht unterdurchschnittlich intelligent ist. Oder depressiv.

Man lernt auch mit den verschiedenen Verhaltensweisen umzugehen. Manche stellen keine Fragen andere können gar nicht aufhören zu fragen. Wollen Bestätigung für ihre Leistung! Es ist ein schmaler Grad, wenn nicht sogar unmöglich,  seine TeilnehmerInnen nicht zu bevorteilen oder zu beeinflussen!

Das ist auch so ein bisschen eine nachdenklich Phase. Weihnachten, Silvester. Ich blicke zurück auf dieses Jahr und denke daran was passiert ist. Oder was nicht passiert ist. Einige persönliche Rückschläge und viele Erfolge. Die Rückschläge sind nicht für jeden ersichtlich, ich trage sie nicht nach außen. Dennoch habe ich mich im Sommer 2010 mit jemandem zerstritten, der mir sehr viel bedeutet hat. Aber wenn das vertrauen einmal weg ist, dann gibts kein zurück mehr. Das Wort „nie“ hat eine Endgültigkeit, aber es trifft wohl das am besten, was ich damals wollte. Nie wieder, und so kündigt man, wenn der Leidensdruck zu groß ist auch eine Freundschaft. Wobei ich wohl, das Wort Freundschaft nicht mehr dafür verwenden möchte. Eher eine involvierende Bekanntschaft. Oder funktionelle Freundschaft.

Das beschäftigt mich zwar noch immer, aber ist schon weit weg und bleibt auch dort. Vielleicht ist auch das der Grund gewesen warum ich zu bloggen began. Ende 2010 dachte ich mir, ich muss etwas ändern. Ich zeige es der Welt! Ich schreibe einfach ein öffentliches Tagebuch, warum den nicht? Seither ist nichts mehr es war. Selbsttherapie ist wohl ein Hilfsausdruck. Es hilft mir mit Dingen abzuschließen, nach vorne zu blicken, einen Weg zu finden mit vielen Dingen umzugehen.

Und so endet das Jahr 2010 beim Silvesterlauf in Graz mit einer persönlichen Bestleistung über 5km und meinem ersten Blogeintrag…