RAA3 – Keine Wegweiser!

Donnerstag 21. Juli, 6:30 Uhr. Aufwachen im Zimmer, trocken, angenehmer Untergrund! Bett. Das Aufstehen fällt uns leicht. Das Wetter, naja: „Zumindest regnet es nicht!“, Zweck Optimismus.

Heute wollen wir aus Tirol raus. Die Beine fühlen sich ein wenig schwer an. Aber sonst Topfit. Unsere Sachen sind auch einigermaßen aufgetrocknet. Wuhuu! Zum Frühstück gibts Wurst, Käse, Marmelade, Butter, Kaffee (ganz wichtig ;-)) Semmeln. Das gibt aus. Wir sind gut gestärkt, bezahlen und starten den Ritt.

Gestern abend haben wir uns eine Route zusammengestellt, um die B178 zum Umfahren. Und das Wort „Umweg“ ist an dieser Stelle mal angebracht (siehe Kartenausschnitt). Aber dazu etwas später. Zunächst mal gings der Straße entlang Richtung Kirchdorf i.T. und Kitzbühel. Dazwischen gleich mal ein saftiger Anstieg von 15%, zum Warmfahren.

Zwischendurch müssen wir immer wieder die Hauptstraße verlassen, weil – ich hasse dieses Schild – Radfahren verboten! Also durch die Orte durch. Was retrospetiv gesehen auch ganz ok war. Der Weg erschließt sich nunmal erst im Gehen :).

Vor Kitzbühel links Richtung Reith, dann mal wieder kurz verfahren. Das kostet Kraft, zurück Richtung  Oberndorf, und dann endlich St. Johann in Tirol! Das Wetter hält. Die Freude ist groß, bald sind wir aus Tirol draußen. Motivationskurve zeigt nach oben.

In St. Johann einen Hacken schlagen und ab Richtung FieberbrunnHochfilzen, wo das erste Mal am heutigen Tag die Sonne zum Vorschein kommt  – LeogangSaalfelden. Das Land Tirol haben wir hinter uns gelassen. Der Weg in die Stadt Salzburg, sollte sich aber noch als Widerspenstig erweisen :(!

Von Saalfelden die Hochkönig-Bundesstraße B164 entlang – Maria Alm/Hinterthal15% Steigung 🙁 – Dienten – bergab – Mühlbach – bergauf. Frustrierend, eigentlich hofften wir das der Filzensattel das Ende der Steigung war. Satz mit „x“: War wohl nix!

Der erste Hügel, vor Dienten. Filzensattel 1290m

 

Also nochmal nach Oben! Der Hochkönig hüllte sich in Wolken. Dann endlich, haben wir den höchsten Punkt erreicht. Mittlerweile verspüre ich ein leichtes Ziehen im rechten Knie. Sicher die Anstrengung.

Wuhuu! Abfahrt. Ich als Angsthase, beim abfahren hab großen Respekt, doch vor allem die letzten 10km Richtung Bischofshofen sind der Hammer, kurvig und wir pressen mit ca. 40km/h durch die Kurven. Mal ich vorne, mal Patrick. Das macht richtig Spaß! 🙂

Und schon sind wir in Bischofshofen! Schnell die Karte gecheckt, und weiter gehts auf schottrigen Untergrund entlang der Salzach – Tauernradweg – Richtung Salzburg. Was heute Morgen, noch unmöglich schien, ist jetzt zum ersten mal greifbar. B159 – Werfen – Golling – Kuchl – Hallein ziehen vorbei. Sogar den Pass Lueg (552m) nehmen wir mit einem Schmunzeln ;-).

Salzburg ziehrt sich, immer wieder blicke ich auf die Kilometer und hoffe das Salzburg näher kommt. Dann endlich! Die Radwege werden befahrenen, mehr Menschen sind zu sehen. Glücksgefühle, aber keine Ortstafel. Wir sind halt auf einem Radweg 😉

Salzburg! In welche Richtung müssen wir?! So schön Salzburg ist, so gern würden es auch wieder verlassen. Nur da gibts ein Problem, ortsunkundig und keine Schilder! Haben sich die vor den Festspielen versteckt?! Eigentlich sollte „Jedermann“, sich hier zurecht finden ;-).

Das demotiviert, glücklicherweise sind die Menschen hier alle sehr nett und wir erkundigen uns nachdem Weg Richtung Attersee, Wolfgangsee. Da heißt es wir müssen Richtung Gaisberg fahren. Häh! Bitte etwas genauer? Mit rechts, links, den Gleisen entlang konnte ich mehr anfangen. Danke! Und weiter gings. Dank Edge 605 und Österreich-Karte, wars uns möglich wieder Wegweiser zu finden – St. Gilgen am Wolfgangsee – B158. Aber aus Salzburg raus, der Gaisberg! Und endlich auch eine Ortstafel fürs Beweisfoto.

Ortsausfahrt - Salzburg, Landeshauptstadt 3 von 9

Hügelig gings dann weiter Fuschlsee – Wolfgangsee – Mondsee südliches Ufer, wo ich bereits ein Wochende mit Freunden verbracht hatte. Deshalb kannte ich einen schönen Platz zum Campen. Meine Knie die ich in der Zwischenzeit stärker spürte, machten mir für die Weiterfahrt Sorgen. Ich hoffte das die Nacht zur Regeneration reichen würde…, Patrick wirkte Topfit 🙂

Wetter, naja. schien zu halten. Doch dann aus der Ferne kam ein Regenschwall über den See näher. Schnell, stellte Patrick und ich unsere Zelte auf. Kaum war das geschafft, ergoss sich der Regen schon über unseren Köpfen. Eigentlich wär ein Lagerfeuer und Schwimmen, der Plan gewesen. Aber nein! Heute gibts mal wieder ein Dusche. Es hat merklich abgekühlt.

Blick aus dem Zelt auf den verregneten Mondsee. Nicht gerade idylisch...

Die Nacht über hat es geregnet, mein Zelt war dicht und deshalb schlief ich erschöpft ein. Am nächsten Morgen hört es hoffentlich auf zu regnen?!

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für die Statistik:

Zeit: 8h 52min
Distanz: 211km, 2200HM
Durchschnitt: 24 km/h
Temperatur: 18°C